
Es gibt Tage, da läuft alles irgendwie nebenbei – und plötzlich ist der Abend da, und Du fragst Dich:
Wo bin ich eigentlich geblieben?
Hier auf dieser Seite findest Du meine „Impulse der Woche“:
kleine Denkanstöße, Übungen und Geschichten aus meinem Alltag mit Wolle, Stricken und psychologischer Arbeit.
Sie sind dafür gedacht, dass Du kurz innehalten, einmal tief durchatmen und Dich daran erinnern kannst:
Masche für Masche. 🧶
Was erwartet Dich hier?
kurze, alltagstaugliche Impulse zu Themen wie
kleine Anregungen, wie Du Dir selbst Gutes tun kannst –
Du musst nichts „richtig“ machen.
Das reicht oft schon für einen ersten, wohltuenden Schritt. ✨
Für wen sind diese Impulse?
Diese Impulse sind für Dich, wenn Du…
strickst, häkelst, nähst oder andere Handarbeiten liebst
und Dir kleine Lichtblicke und mehr positive Gefühle erhoffst
fühlst, dass Deine Seele mehr verdient als Funktionieren und Dir dafür einen geschützten Raum und sanfte Unterstützung wünschst 🌺
gerne liest, nachdenkst und Dich von Worten berühren lässt
Wenn Du Dich hier wiederfindest:
Fühl Dich willkommen, lies, was Dich anspricht und den Rest lass einfach liegen.
Wie kannst Du die Impulse nutzen?
Lies Dir einen Impuls in Ruhe durch, vielleicht mit einer Tasse Tee und Deinem aktuellen Strickprojekt. ☕🧶
Nimm einen Gedanken mit in Deinen Tag, mehr muss es nicht sein.
Wenn Dich ein Impuls besonders berührt, schreib ihn Dir auf (z.B. in ein Notizbuch oder auf eine Karte, die Du in Deinen Projektbeutel legst).
Wiederhole kleine Übungen oder Fragen, die Dich unterstützen, mach vielleicht ein kleines, regelmäßiges Ritual daraus.
Du kannst diese Impulse wie einen Faden sehen, der Dich durch Deinen Alltag begleitet, keine To-do-Liste, sondern eine Einladung.
Wenn Du noch tiefer einsteigen möchtest:
Im Club CorduLana Farbenreich trainieren wir Woche für Woche gemeinsam unser seelisches Wohlbefinden, mit Fantasiereisen, Übungen und Austausch. Dein Fitnessclub für die Seele!
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Manchmal braucht es gar kein großes Programm, keine perfekte Morgenroutine und auch keinen „Neustart“.
Manchmal reicht eine kleine Übung, die Dich abends aus dem 'Autopiloten-Modus' holt und Dich daran erinnert, dass der Tag mehr für Dich geboten hat als To-dos, Termine und „muss noch“.
Eine dieser Übungen kommt aus der Positiven Psychologie und heißt Three Blessings. Du kannst auch 'drei schöne Dinge' oder 'drei Dankbarkeitsmomente' sagen.
Ich nutze sie seit Beginn des Jahres wieder regelmäßig und genieße die angenehme Wirkung.
Wenn ich meine drei Gründe zum Freuen aufgeschrieben habe, kann ich zufriedener und gelassener einschlafen.
Die Idee ist simpel:
Du hältst am Ende des Tages kurz inne und schreibst drei schöne Dinge auf, die an diesem Tag passiert sind.
Das können große Dinge sein, müssen es aber nicht, denn große Dinge wie eine Hochzeit oder die Geburt eines Babys passieren ja nicht jeden Tag, zumindest nicht von Dir nahestehenden Personen...
Was ich öfter wahrnehme und aufschreibe sind gute Gespräche, Phasen, in denen ich meinen kreativen Flow genieße, Schönheit in der Natur, z.B. ein toller Sonnenuntergang oder kulinarische Genüsse. Manchmal ist es auch ein toller Duft oder eine bewusste Entspannungspause mit einem guten Cappuccino oder Tee.
Wichtig ist nicht, wie spektakulär es ist. Wichtig ist, dass es für Dich schön war.
Unser Gehirn ist wahnsinnig gut darin, Probleme zu finden. Das ist kein Charakterfehler, das hat einen Grund.
Über viele Jahrtausende war es sinnvoller zu merken, wo Gefahr lauert, als sich zu lange über einen hübschen Sonnenstrahl zu freuen.
Nur: Heute leben wir nicht mehr in der Wildnis. Und trotzdem scannt unser Kopf oft automatisch nach dem, was fehlt, was schwierig ist, was noch nicht erledigt wurde.
Three Blessings ist wie ein kleiner, freundlicher Gegenspieler dazu.
Du trainierst Deinen Blick, wieder mehr wahrzunehmen von dem, was gut ist. Damit gelingt die innere Balance.
So kannst Du es machen, am besten gleich heute Abend, sonst kommt wieder etwas dazwischen.
Du brauchst nur ein Blatt Papier oder ein Notizbuch, am besten ein sehr hübsches, oder eins, das Du selbst gestaltet oder geschenkt bekommen hast - das erhöht den Anreiz, es zu benutzen.
Schreib Dir drei schöne Dinge des Tages auf.
Und dann stell Dir folgende Fragen:
Warum war das schön?
Was habe ich selbst dazu beigetragen?
Wer oder was hat außerdem dazu beigetragen – und wie?
Und: Was kann und werde ich morgen tun, damit ich wieder einen schönen Tag erlebe?
Das dauert nicht lange. Aber es bringt Tiefe in das, was sonst so schnell wieder wegrutscht.
Warum war das schön? Weil ich bewusst atmen und mich entspannen konnte.
Was habe ich selbst dazu beigetragen? Ich habe das Handy weggelegt.
Wer/was hat außerdem beigetragen? Ich hatte zufällig ein Zeitfenster zwischen zwei Terminen.
Was kann ich morgen tun? Ich plane mir bewusst fünf Minuten Pause nach dem Mittagessen ein.
Warum war das schön? Weil ich mich gesehen gefühlt habe.
Was habe ich selbst dazu beigetragen? Ich habe ehrlich erzählt, wie es mir geht.
Wer/was hat außerdem beigetragen? Sie hatte Zeit und war offen.
Was kann ich morgen tun? Ich schreibe einer Freundin eine kurze Nachricht.
Vielleicht war es ein wirklich harter Tag. Dann darf ein „Blessing“ auch sein, dass Du ihn überstanden hast.
Überlege Dir gerade an solchen Abenden, welche Mini-Dinge Du am nächsten Tag tun kannst, um Dich wohler zu fühlen!
Schreib sie Dir eine Liste mit Dingen, die Du bewirken kannst, um Dich wohler zu fühlen, z.B.
eine kurze Pause einplanen
ab und zu bewusst tief atmen
ein Lied hören, das Du magst
Menschen, denen Du begegnest, ein Lächeln schenken
freundlich und geduldig mit Dir selbst sein
Am besten jeden Abend! Aber auch mir gelingt das nicht. Manchmal wird es abends spät und dann bin ich einfach zu müde. Spätestens am dritten Tag schreibe ich nachträglich auf, was schön war, sonst vergesse ich zu viel.
Übrigens wirkt diese Übung richtig gut und wenn Du dranbleibst, spürst Du nach ein paar Tagen schon erste Effekte.
Wenn Du das Ritual langfristig beibehalten willst, mach es Dir so leicht wie möglich:
Leg Dir Stift und Notizbuch bereit
Nimm ein Büchlein, das Du wirklich magst
Setz Dir ein Mini-Ziel: drei Stichworte reichen für den Anfang
Und wenn Du mal einen Abend auslässt: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Übung.
Wenn Du magst, nimm Dir heute Abend drei Minuten und schreibe:
Drei schöne Dinge des Tages.
Zu jedem: Warum war das schön?
Und am Ende: Was kann und werde ich morgen tun, damit ich wieder einen schönen Tag erlebe?
Mehr braucht es nicht.
Dein kleines Freuden-Inventar zu Weihnachten
Die Vorweihnachtszeit. Eine Zeit, die so oft mit Erwartungen beladen ist: perfekt gebackene Plätzchen, festlich geschmückte Räume, liebevoll ausgewählte Geschenke, harmonische Zusammenkünfte. Und während wir uns durch endlose To-do-Listen arbeiten, wächst manchmal leise das Gefühl: „Ich schaffe das alles nicht."
Zwischen dem Ideal in unseren Köpfen – wie es sein sollte – und der Realität unseres Alltags klafft oft eine Lücke. Eine Lücke, die sich mit jedem ungebackenen Plätzchen, jedem noch nicht gekauften Geschenk, jeder halbfertigen Dekoration zu vergrößern scheint.
Doch was wäre, wenn wir den Blick einmal anders richten würden? Nicht auf das, was fehlt – sondern auf das, was bereits da ist?
Unser Gehirn ist darauf programmiert, nach Problemen zu suchen. Evolutionsbiologisch sinnvoll – schließlich war es überlebenswichtig, Gefahren frühzeitig zu erkennen. Weniger hilfreich ist diese Eigenschaft allerdings, wenn wir dadurch das Gute übersehen, das uns umgibt.
Die Positive Psychologie lehrt uns: Wir können unseren Blick trainieren. Wir können lernen, das Schöne wahrzunehmen, das bereits existiert – mitten im Alltagstrubel, mitten in der Hektik, mitten im vermeintlichen Chaos.
Ein Freuden-Inventar ist kein weiterer Punkt auf der To-do-Liste. Es ist vielmehr eine Einladung, innezuhalten und sich bewusst zu machen: Freude muss nicht erst erschaffen werden. Sie ist bereits da. Wir müssen sie nur sehen lernen.
Freude ist vielfältig und berührt uns auf unterschiedlichen Ebenen. Wenn wir sie kategorisieren, fällt es leichter, sie zu erkennen und bewusst zu integrieren.
Augenfreude beschreibt all das, was unsere Augen erfreut. Das kann das warme Kerzenlicht sein, das im Dunkeln flackert. Der Anblick eines schönen Garns in der Lieblingsfarbe. Der Blick aus dem Fenster auf verschneite Dächer oder kahle Bäume im Gegenlicht. Manchmal sind es die kleinen visuellen Momente, die uns kurz innehalten lassen.
Gaumenfreude umfasst all jene Geschmackserlebnisse, die uns ein kleines Lächeln schenken. Der erste Schluck Tee oder Kaffee am Morgen. Ein Stück dunkle Schokolade, das langsam auf der Zunge zergeht. Eine wärmende Suppe an einem kalten Tag. Es geht nicht um Perfektion oder Inszenierung – sondern um das bewusste Kosten dessen, was uns schmeckt.
Herzensfreude entsteht durch Verbindung. Eine liebevolle Nachricht, die unerwartet kommt. Ein kurzes Telefonat mit einer guten Freundin. Ein gemeinsames Lachen über eine Kleinigkeit. Momente, in denen wir spüren: Ich bin nicht allein. Ich bin gesehen. Ich gehöre dazu.
Körperfreude ist das, was sich körperlich angenehm anfühlt. Die Wärme eines Schals um den Hals. Das Gefühl, sich in eine weiche Decke einzukuscheln. Ein heißes Bad nach einem anstrengenden Tag. Der bewusste Atem, der tief in den Bauch fließt und uns für einen Moment Ruhe schenkt. Unser Körper trägt uns durch den Tag – diese Momente sind kleine Dankeschöns an ihn.
Seelenfreude ist schwerer zu greifen und doch so wichtig. Es sind jene Momente, in denen unsere Seele aufatmet. Ein paar ruhige Strickreihen, bei denen die Gedanken zur Ruhe kommen. Musik, die uns berührt. Ein kurzer Spaziergang allein. Zeit für uns selbst, ohne Erwartung, ohne Leistung – einfach Sein.
Es braucht nicht viel. Einen Zettel. Fünf Minuten Zeit. Und die Bereitschaft, den Blick nach innen zu richten.
Teile Dein Blatt in fünf Bereiche: Augenfreude, Gaumenfreude, Herzfreude, Körperfreude, Seelenfreude. Und dann frage Dich: Was hat mir in der letzten Zeit in diesem Bereich gutgetan? Was könnte mir guttun?
Es müssen keine außergewöhnlichen Momente sein. Ganz im Gegenteil: Oft sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Dinge, die uns tragen. Die Tasse Tee (oder Kaffee). Das Kerzenlicht. Die warme Decke.
Wenn Du Deine Liste erstellt hast, wähle für die nächsten 24 Stunden aus jeder Kategorie – oder auch nur aus einer oder zwei – etwas aus, das möglich ist. Nicht als Verpflichtung, sondern als Geschenk an Dich selbst.
In der Positiven Psychologie gibt es einen Begriff dafür: Savoring – das bewusste Auskosten angenehmer Momente. Es bedeutet, nicht einfach nur etwas zu erleben, sondern es wirklich wahrzunehmen. Mit allen Sinnen. Mit voller Aufmerksamkeit.
Wenn Du eine Tasse Tee trinkst, dann trinke sie wirklich. Spüre die Wärme in Deinen Händen. Nimm den Duft wahr. Schmecke jeden Schluck bewusst. Erlaube Dir innerlich: „Das ist jetzt für mich."
Diese kleinen Momente des bewussten Genießens verändern nicht den Alltag von Grund auf. Aber sie verändern unseren Blick auf den Alltag. Sie erinnern uns daran, dass Freude nicht erst dann entstehen kann, wenn alles perfekt ist, sondern dass sie bereits da ist, mitten im Unperfekten.
Und manchmal ist das die wertvollste Erkenntnis in der Adventszeit: Nicht alles muss perfekt sein. Nicht alles muss fertig sein. Es reicht, wenn wir uns erlauben, das Schöne zu sehen, das schon da ist.
Vielleicht legst Du Dir Dein Freuden-Inventar irgendwo hin, wo Du es immer wieder siehst. Zwischen Deine Handarbeit. An den Kühlschrank. Auf den Nachttisch. Nicht als Mahnung, sondern als sanfte Erinnerung:
Es geht nicht darum, dass alles perfekt dekoriert, gebacken und geplant ist. Es geht darum, dass Du in dieser Zeit immer wieder kleine Momente findest, in denen Du spürst: „Das ist meine Freude. Hier fühle ich mich wohl."
In diesem Sinne: Möge Dein Weihnachten voller kleiner Freuden sein, mit oder ohne perfekte Plätzchen.✨
Warum gemeinsames Handarbeiten der Seele guttut 🧶💕
Wenn wir gemeinsam stricken oder häkeln, fühlt es sich oft „einfach nur schön" an, ruhig, verbunden, aufgehoben.
Aus psychologischer Sicht passiert dabei aber eine ganze Menge.
Handarbeit, besonders in Gemeinschaft, ist eine Form von seelischer Fitness. Eine Mischung aus Entspannung, Selbstwirksamkeit und Verbundenheit.
Was dabei im Körper und in der Seele passiert
Stress wird nachweislich reduziert
Wiederholte, rhythmische Bewegungen, wie beim Stricken, wirken beruhigend auf unser Nervensystem.
Studien zeigen, dass dabei der Cortisolspiegel (unser Stresshormon) sinkt und das parasympathische Nervensystem aktiviert wird – das ist der Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung zuständig ist.
Viele Menschen berichten von weniger innerer Unruhe, wenn sie regelmäßig handarbeiten.
Der Körper kommt zur Ruhe, ohne dass wir aktiv meditieren müssen.
Manche beschreiben das Gefühl beim Stricken als meditativ und neurologisch ist das tatsächlich gar nicht so weit voneinander entfernt.
Der Kopf kommt in einen freundlichen Fokus
Beim Stricken sind die Hände beschäftigt, der Geist sammelt sich so entsteht oft ein ruhiger, angenehmer Konzentrationszustand, den der Psychologe Mihály Csíkszentmihályi als „Flow" beschrieben hat.
In diesem Zustand haben kreisende Gedanken keinen Raum mehr.
Gedanken ordnen sich nebenbei, ohne dass wir sie krampfhaft sortieren müssen.
Vielleicht hast Du ja auch schon erlebt, dass Dir beim Stricken plötzlich Lösungen für Probleme einfallen, über die Du tagelang nachgedacht hast.
Gemeinsames Handarbeiten verbindet
Wenn wir zusammen handarbeiten, im Zimmer oder per Zoom, passiert etwas sehr Menschliches:
Wir teilen Geschichten, lachen, schweigen gemeinsam.
Und wir fühlen uns weniger allein mit dem, was uns beschäftigt.
Die Psychologin Barbara Fredrickson hat herausgefunden, dass Verbundenheit einer der wichtigsten Bausteine für psychisches Wohlbefinden ist.
Gemeinsames Handarbeiten schafft eine ganz besondere Form von Verbundenheit:
Anders als bei vielen anderen Hobbys gibt es kein „besser" oder „schlechter", keinen Wettkampf wie etwa beim Sport,
sondern jede arbeitet an ihrem Projekt, in ihrem Tempo und doch tun wir es zusammen.
Unsere Hände sind beschäftigt, und genau das nimmt Druck aus Gesprächen.
Es ist leichter, über schwierige Themen zu sprechen, wenn man nicht die ganze Zeit direkten Blickkontakt halten muss.
Was ich in meinen Clubabenden und Handarbeitstreffen erlebe:
Frauen, die anfangs zurückhaltend waren, fangen nach ein paar Treffen an, von sich zu erzählen.
Vertrauen wächst. Aus „Ich probiere mal aus, ob das was für mich ist" wird „Das ist mein fester Termin".
Selbstwirksamkeit wird spürbar
Reihe für Reihe siehst Du, was in Deinen Händen entsteht.
Du entscheidest über Farbe, Muster, Größe. Und am Ende kannst Du sagen: „Das habe ich gemacht."
Der Psychologe Albert Bandura nannte das Selbstwirksamkeit:
Das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Dinge bewirken zu können.
Gerade in Zeiten, in denen vieles unsicher und unkontrollierbar ist, kann es unglaublich wohltuend sein, ein Projekt zu haben, das Du Schritt für Schritt wachsen siehst.
Für Frauen, die sich oft unsichtbar fühlen und das Gefühl haben, nur für andere da zu sein, kann dieses Erleben von Selbstwirksamkeit unglaublich heilsam sein.
Eine kleine Einladung für diese Woche
Falls Du selbst strickst, häkelst oder eine andere Handarbeit ausübst, lade ich Dich ein, in dieser Woche einmal bewusst darauf zu achten:
Wie fühlt sich Dein Körper an, wenn Du handarbeitest?
Spürst Du, wie sich Deine Schultern entspannen? Wie Dein Atem ruhiger wird?
Wie verändert sich Deine Stimmung nach einer halben Stunde?
Bist Du ruhiger? Klarer im Kopf? Zufriedener?
Und falls Du in Gemeinschaft handarbeitest:
Was macht es mit Dir, diese Zeit mit anderen zu teilen? Fühlst Du Dich verbundener? Weniger allein mit dem, was Dich beschäftigt? Vielleicht stellst Du fest:
Masche für Masche, Gespräch für Gespräch entsteht nicht nur etwas konkret fassbares (Dein Projekt), das Du tragen kannst 😉, sondern auch etwas Immaterielles, von dem Du Dich getragen fühlst, weit über das fertige Strickprojekt hinaus. 🧶✨
Lachen im Advent – warum Leichtigkeit unsere Seele stärkt
Der Advent gilt als besinnliche Zeit.
Was dabei leicht zu kurz kommen kann: Das Lachen.
Gerade in dieser Jahreszeit erlebe ich immer wieder, wie gut es tut, wenn inmitten von Geschenkestress, Termindruck und Vorbereitungen ein Moment Leichtigkeit entsteht – ein gemeinsamer Lachanfall, ein schief gesungener Weihnachtsklassiker, eine kleine Panne, über die alle schmunzeln können.
In der Positiven Psychologie gilt Lachen nicht als „nettes Extra“, sondern als eine echte Ressource.
Die Psychologin Barbara Fredrickson beschreibt in ihrer Broaden-and-Build-Theorie, dass positive Emotionen, wie Freude, Heiterkeit oder Dankbarkeit, zwei Dinge bewirken:
Sie erweitern unseren Blick (broaden).
Sie bauen innere Ressourcen auf (build).
Gerade im Advent, wenn die Tage kurz sind und vielleicht auch Sorgen oder Erschöpfung im Hintergrund wirken, kann Lachen wie eine warme Decke für die Seele sein.
Es nimmt die Schwere nicht weg, aber es legt etwas Weiches darüber.
Viele Menschen haben innerlich noch das Bild:
Humor passt da auf den ersten Blick nicht hinein.
Ich sehe das anders:
Ein ehrliches, herzliches Lachen…
löst Anspannung,
bringt uns in Kontakt mit anderen,
lässt uns für einen Moment ganz im Hier und Jetzt sein.
Genau das ist im Grunde auch das, was wir uns von einer „besinnlichen Zeit“ wünschen:
Du musst dafür nichts „Großes“ planen. Oft reichen kleine, sehr einfache Dinge:
Eine Person anrufen oder treffen, mit der Du immer wieder lachen kannst.
Dir erlauben, über eigene kleine Pannen zu schmunzeln.
Einen Film, eine Serie oder ein Buch auswählen, das Dich garantiert zum Lächeln bringt.
In einer Runde (offline oder online) eine Situation teilen, über die Du selbst lachen musstest, oft entsteht daraus direkt ein gemeinsamer Moment von Leichtigkeit.
Du darfst den Advent also ein bisschen weniger ernst nehmen, als Du vielleicht glaubst.
Ich erlaube mir, neben Tiefe und Nachdenklichkeit auch das Schmunzeln, das Kichern, das Lachen.
Beides darf nebeneinander existieren: die stillen, warmen Momente und die leichten, lustigen.
Vielleicht magst Du in den nächsten Tagen ganz bewusst wahrnehmen:
Wann habe ich zuletzt gelacht – richtig aus dem Bauch heraus oder leise vor mich hin?
Mit wem kann ich so lachen, dass ich mich danach leichter fühle?
Vielleicht ist dieser Advent ein guter Moment, Dir genau davon ein bisschen mehr zu schenken.
Lachen ist nicht albern, es ist seelische Stärkung in einer sehr angenehmen Form. ✨
Ein erfülltes Leben
Was macht eigentlich ein erfülltes Leben aus?
Hilfreich finde ich das Modell von Friedemann Schulz von Thun, das vier Aspekte eines erfüllten Lebens beschreibt:
Wunscherfüllung: leise oder laute Sehnsüchte, die Raum bekommen dürfen
Sinnerfüllung: das Gefühl, für etwas oder jemanden bedeutsam zu sein
Biografie-Erfüllung: das eigene Leben im Rückblick stimmig erleben können
Daseins-Erfüllung: die Sensation unserer Existenz als Menschen in diesem Universum
Mich haben in dieser Woche vor allem zwei Fragen begleitet:
Wie kann ich einer leisen Sehnsucht von mir heute ein kleines bisschen mehr Raum geben?
Wie kann ich heute mit einem anderen Menschen in Beziehung treten, sodass unsere Begegnung bedeutsam wird?
Ein erfülltes Leben entsteht nicht durch einen einzigen großen Moment (wobei es natürlich ganz wunderbar ist, wenn es solche 'großen' Momente gibt, an die wir uns erinnern können, siehe Impuls vom 23.11.2025), sondern vor allem durch viele kleine Augenblicke, in denen ich beides spüre, ein kleines bisschen Wunscherfüllung und ein leises Gefühl von Bedeutsamkeit.
Das kann ganz unspektakulär aussehen:
eine Nachricht, mit der Du jemandem zeigst: „Du bist mir wichtig.“
ein paar Maschen an einem Projekt, von dem Du schon lange träumst
ein kurzer Moment nur für Dich, in dem Du innerlich sagst: „Das ist mein Leben – und dieser Augenblick gehört mir.“
Vielleicht magst Du Dir für die kommende Woche genau diese zwei Fragen mitnehmen:
Welche Sehnsucht von mir bekommt heute ein kleines bisschen mehr Raum?
Für wen oder was möchte ich heute bedeutsam sein?
Masche für Masche, Moment für Moment entsteht so ein Gefühl von Erfüllung – mitten im ganz normalen Alltag. 🧶
Savoring – Freude länger wirken lassen 🌺
„Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das große hoffen.“
Dieser Satz fasst für mich wunderbar zusammen, worum es beim Savoring geht.
Wir sind es gewohnt, Probleme zu wälzen, To-dos im Kopf hin- und herzuschieben und innerlich schon beim nächsten Schritt zu sein.
Was dabei leicht untergeht, sind die vielen kleinen Momente, die eigentlich schön sind – aber an uns vorbeifliegen, weil wir sie nicht wirklich wahrnehmen.
Genau hier setzt Savoring an.
Savoring heißt:
Dabei geht es nicht nur um das, was jetzt gerade passiert.
In der Gegenwart:
In der Vergangenheit:
In der Zukunft:
Es geht nicht um „größeres Glück“ oder darum, künstlich gute Laune zu produzieren.
Unser Gehirn ist von Natur aus eher auf Gefahren und Probleme eingestellt. Das ist ein uraltes Schutzprogramm.
Positive Erlebnisse brauchen deswegen manchmal ein bisschen Unterstützung, um nicht sofort wieder im Trubel zu verschwinden.
Wenn Du Schönes bewusst auskostest, passiert Folgendes:
Du lenkst Deine Aufmerksamkeit auf das, was guttut, statt nur auf das, was stresst.
Du gibst dem Moment oder der Erinnerung mehr Gewicht, weil Du innerlich gewissermaßen eine Markierung vornimmst.
Du baust nach und nach eine innere Sammlung an guten Erfahrungen auf, aus der Du in schweren Zeiten schöpfen kannst.
Das Leben wird dadurch nicht problemfrei, aber es bekommt mehr Lichtpunkte.
Und diese Lichtpunkte stärken Deine seelische Widerstandskraft. 💪🏻 😉
Du musst dafür nichts Grundlegendes an Deinem Alltag verändern.
Oft reichen kleine Schritte:
Abspeichern
Zeigen
Teilen
Such Dir eine Savoring-Übung für diese Woche aus:
einmal am Tag einen schönen Moment innerlich „einfrieren“ und noch zwei, drei Atemzüge länger darin bleiben
eine gute Erinnerung kurz vor dem Einschlafen wachrufen und nachspüren, was daran wohltuend war
Dich am Morgen kurz auf etwas freuen, das an diesem Tag auf Dich wartet – und es Dir einen Augenblick lang lebhaft vorstellen
Schau am Ende der Woche, wie es Dir damit ging.
Warum Wiederholungen nicht nur unserem Körper guttun, sondern auch unserer Seele
Vielleicht kennst Du das auch:
Wenn es um die Psyche geht, höre ich immer wieder "es muss Klick im Kopf machen" oder "der Schalter muss umgelegt werden".
Als Psychologin frage ich mich dann jedes Mal, warum?
Woran liegt es, dass Menschen irrtümlich annehmen, dass die Seele keine Übung benötigt?
Mit meinen Überlegungen hierzu möchte ich Dich nicht langweilen, aber was ich Dir versichern kann ist:
Seelisches Wohlbefinden entsteht nicht durch einen einzigen Aha-Moment, sondern durch viele kleine, wiederkehrende Schritte:
Dinge besser verstehen
einen inneren Kompass für die eigenen Ressourcen entwickeln
immer wieder neu spüren: Was tut mir gut? Wofür lohnt sich meine Energie?
Rituale und Wiederholungen geben Halt.
so, dass sie nicht nur „schön zu hören“, sondern auch spürbar werden.
Unser Gehirn liebt Wiederholung.
desto leichter fällt es uns, im Alltag und sogar in Stress-Situationen darauf zurückzugreifen.
Rituale sind wie vertraute Maschen in einem Muster:
So wird aus „schon wieder das Gleiche“ nach und nach ein:
Genau deshalb wiederholen sich in meinen Angeboten manche Themen:
Nicht, weil mir nichts Neues einfällt,
Vielleicht magst Du Dir in dieser Woche eine Sache aussuchen, die Du wiederholen möchtest:
jeden Tag 3 schöne Momente aufschreiben
ein kleines Handarbeitsritual am Abend
oder einfach einmal bewusst durchatmen, bevor Du in den nächsten Termin rennst
Probier aus, wie es sich nach ein paar Tagen anfühlt.
Masche für Masche darf Deine Seele üben, genauso selbstverständlich wie Dein Körper! 🧶💪🏻